Yehaw!

Howdy, Fremder!

Treffen sich zwei Farmer. Prahlt der eine: „Meine Ranch ist so riesig, ich brauche 7 Tage, um sie mit meinem Pferd zu druchqueren.“ Antwortet der andere: „Ja, so ein lahmes Pferd hatte ich auch schonmal…“

Zornhau ruft zum Rodeo der Blogs auf – naja zum Karneval der RSP Blogs und gibt das Thema Wild West in anderen RSP Genres vor.

Da mach ich doch mit, auch wenn ich sonst die Karneval-Themen eher ignoriere. Aber ich mag den Wilden Westen, vor allem den Spaghetti-Western…

Was fällt mir dazu ein?

  1. Firefly – natürlich.
  2. Blue Planet

Was Firefly ist, muss ich wohl niemandem aus dem Rollenspiel-Nerdistan erläutern. Werde ich auch nicht. Was mir an Firefly gefällt, brauche ich ebenso kaum ausführen. Die Serie hat schließlich längst Kultstatus. Man liebt sie oder eben nicht.

Aber, etwas, das mir ein wenig imponiert hat, war die ‚in-game‘ Erklärung, warum im stellaren Outback des Firefly Settings die Leute immer noch mit primitiven Handfeuerwaffen und zu Pferde unterwegs sind und nicht Star Wars mäßig mit dem Airspeeder fliegen und sich die Arbeit auf der Feuchtfarm von Droiden erledigen lassen…

Es ist schicht zu langwierig, sich ein Ersatzteil von den kernwärtigen Hightechplaneten liefern zu lassen, wenn die komplexe und empfindliche Hochtechnologie mal wieder einen Aussetzer hat.

Wie, wo, was, empfindlich? Technik kann ausfallen? Ja, das macht sie eigentlich ständig. Wir sind im industiellen Luxus in Mitteleuropa nur verwöhnt und denken gar nicht daran, dass eine Ersatzteil-Lieferung auch mal etwas länger dauern kann. Wenn ich daran denke, wie lange es dauert, bis Ulisses ihre Star Wars Produkte aus China bekommt, weil mehrere Instanzen es abnicken müssen, danach die Fertigung auf einem anderen Kontinent beginnt und die Waren dann per Schiff zu uns unterwegs sind – da vergehen Monate. Und wir sind noch auf dem gleichen Planeten. Wenn ich auf einem Hinterwelter-Mond am AdW sitzen würde und mir ausrechnen müsste, dass die Ersatzteillieferung für meinen Hover-Traktor dafür sorgen kann, dass mir 1-2 Ernten ausfallen, dann nehme ich auch lieber primitives aber robustes Werkzeug.

Kurz gesagt: Das gefällt mir, denn es macht das Setting für mich begreifbarer. Es erklärt mir warum die Kernwelten im High-Tech Luxus schwelgen, während das Outback sich eher sehr primitiv gestaltet.

Blue Planet

Das Setting kennen im Mainstream-Hörigen teutonischen Rollenspielraum wahrscheinlich eher wenige. Deswegen mein Tipp. Schaut es euch an!

BP ist futuristisch angehauchter Wilder Westen auf einem Wasserplaneten. Man spielt in der Siedlungsepoche, und die Spielfiguren werden mit den Problemen konfrontiert, die ein rechtsfreier Raum einer ‚brave new world“ so mit sich bringt.

Die Core-Story ist schnell erzählt. In der Zukunft findet man am Rande unseres Sonnensystems ein Wurmloch zu einem fernen Sternsystems. Man entdeckt einen Wasserwelt-Planeten, dessen Biosphäre für Menschen geeignet ist und entsendet ein Raumschiff mit Wissenschaftlern. Der Kontakt reist ab und die Expedition ist gezwungen auf dem Planeten sich anzusiedeln und mit dem wenigen, was man mitnahm zu überleben.

Hundert Jahre später initialisiert die inzwischen stark durch eine Seuche gewandelte und dezimierte Erde einen neuen Kontakt und die Besiedlung beginnt. Während die erste Siedlungswelle durch die materielle Not zur Nachhaltigen Handeln gezwungen war, nehmen die neuen Siedler kaum Rücksicht und beuten den Planeten genau so aus, wie wir das mit unserer Erde auch machen. Der Fund eines sehr wertvollen Materials (verhindert die biologische Alterung) erzeugt einen schieren Goldrausch und lockt die gierigen Konzerne der Erde auf den Plan.

Die Spielerfiguren können nun die Nachfolger der Wissenschaftler oder eben die Menschen der zweiten Siedlungswelle sein, die sich in einer fremden Umgebung ihre Existenz sichern wollen. Es geht schlicht um die Frage, wie man sich in einer völlig neuen Welt verhalten will und was als richtig und was als falsch angesehen werden darf.

Wer soetwas mag, dem empfehle ich, einen Blick in die Regelwerke.

So long! See ya!

 

[Rant] DSA5 – where is the beef?

Ulisses gehört ja (neben dem Uhrwerk-Verlag) inzwischen zu meinen beiden Lieblingsverlagen was die Rollenspielszene angeht…
Sie haben es geschafft, dass ich mich mit DSA (in der 5ten Generation) beschäftige und mir sogar Zeug dafür anschaffe.

Deswegen gehört mir neben dem Grundregelwerk und dem aventurischen Almanach auch die Regionalbeschreibungen Siebenwindküste und die streitenden Königreiche.
Ach ja und einige Abenteuer habe ich mir (als PDF) auch noch zugelegt.
Wow, denke ich, es gehört einiges, mich dazu zu bringen.

Und ja, das Regelwerk ist nicht meines, 3W20 und At&Pa gehören für mich auf den Receicling-Hof der Rollenspielgemeinde.
Ich verstehe aber, dass Ulisses der erzkonservativen DSA-Spielerschaft da Rechnung tragen mußte.
Das stört mich nicht, notfalls spiele ich Aventurien eben mit Midgard-Regeln (die auch nicht perfekt sind…).

Was mich inzwischen aber völlig abnervt ist die Tatsache, dass ich in jeder Settingbeschreibung (also dem Aventurischen Almanach, der Siebenwindküste und den streitenden Königreichen) ein wichtiges Kapitel vermisse.
UND ZWAR SCHMERZLICH!!!

Ich finde sogar was über Flora und Fauna und kann nachlesen, wo ich die Ringelblumen für die Ringelblumensalbe für meine entzündeten Augen suchen kann.
Irrwitziger Weise (ist mir in der Siebenwindküste aufgefallen) finde ich sogar ein ganzen Kapitel über Pflanzen und Viecher und dann noch mal ein Unterkapitel über das gleiche in den Kapiteln der einzelnen Kleinregionen der Regionalbeschreibung.

Aber, und das läßt meine Nerven so flattern, ein Kapitel darüber, was ich als Spielleiter den Helden meiner Runde denn so an Beschäftigung angedeien kann, finde ich nirgends.

Kein Kapitel über Konfliktsituationen, Intrigen, Fieslinge, Schwierigkeiten…

WHERE IS THE BEEF???!!!

Das ganze liest sich wie der Baedeker von Aventurien (lädt also zum Tourismus ein, verschweigt aber, wo man ausgeraubt wird und weswegen).
Ich will ein Kapitel mit solchen Sachen! Das macht das Spiel doch erst interessant. Und das LESEN auch!

Und wenn, dann findet man diese Informationen irgendwo in der Wall of Text versteckt, möglichst noch in blumig stimmungsvollen Texten…
Dabei ist es doch genau das, was der Spielleiter (Meister traue ich mich nicht zu schreiben) wissen will, wenn er das Buch aufschlägt.
Frage: Meine Gruppe reist gerade nach Havena, vom Kosch kommend, was kann denen denn mal zustoßen…?
Antwort: Sie könnten über Ringelblumen am Wegesrand stoßen und müssen vielleicht eine umgestürzte Eberesche umrunden.
Ach so, na dann…

Bei Midgard hatte ich beim Cuanscandan Quellenbuch das gleiche Problem und als ich da schimpfen mußte, wurde ich aufgeklärt, dass das Werk ja vom Midgard-Goodfather JEF stame, der schon etwas älter sei und es als Ausnahme gelte. Die Ausrede habt Ihr nicht! Ihr seid noch jung! Also macht was aus der Sturm und Drang Phase eures Lebens!

Ich kann ja verstehen, wirklich, dass Ulisses die Meister der DSA Spielerschaft dazu anhalten möchte, vornehmlich die Kaufabenteuer zu konsultieren (und zu erwerben).
Aber für mich liest sich die Beschreibung wirklich so, als hätte die Autorenschaft sich beim Meeting zum Thema „welche Aufgaben haben unsere Regionalbeschreibungs-Quellenbücher“ hingesetzt und 12 Stunden über das „Stimmung erzeugen, damit die Kaufabenteuer möglichst schön erlebt werden können“ diskutiert und danach wäre für die Aufgabe „Spielleiter inspirieren und mit Informationen zu versorgen, dass sie eigene Abenteuer erschaffen“ keine Zeit mehr gewesen.
Oder hat Euer Lager-Steff heimlich die entscheidenden Seiten rausgeschnitten, um das Tanelorn weiterhin Front gegen DSA machen zu lassen…? (Ich liebe unsinnige Verschwörungstheorien)
Oder sollen die Meister der Spielrunden gar keine eigensentwickelten Abenteuer mehr entwickeln. Wird man zur Unselbstständigkeit erzogen?

Deswegen, lieber Markus Plötz, der Du ja der Boss vom Ganzen bist, bitte mach was dagegen! Ändere das! Oder besser: Lass es bitte ändern!
Du sprichst in Euren kongenialen Let’s Plays doch auch immer von „FRÜHER“ und von „damals hatten wir nichts, gar nichts! Und mussten alles selber machen! Nur Spaß hatten wir…!“.
Gib dem ganzen einen Sinn, damit ich auch fröhlich weiter Eure Werke kaufe.
Dann lade ich Dich auch zum Tanelorntreffen ein und spendier Dir einen Platz! Und bei uns wirst Du nicht von einem Spieltisch verwiesen! 😉

Denn der Rest ist wirklich schön! Das Artwork ist toll!
Und Aventurien mag ich echt gern.

Also, versteckt das Fleisch nicht unter der Kartoffel, wenn ihr das Ganze serviert!

Eine Tjoste für: MOAM

Hey!
Ich muß mal aufs Pferd, eine Lanze nehmen und ein Tuch drumwickeln, dass mir eine Dame meines Herzens zugeworfen hat. Naja, die Dame hat einen etwas unweiblichen Namen: MOAM – der Midgard Online Abenteuer Manager…!

Was wollt ihr denn noch? Maoam? Nein! MOAM! MOAM! MOAM!

http://www.MOAM.de

Als ich Midgard 5 als Rezi-Exemplar bekam, war das Hineinlesen ins Regelwerk erst einmal mit einem „Meh!“ verbunden. Nicht weil es schlecht war – schlicht, weil ich kein guter Autodidakt bin und Bücher derzeit therapeutische Wirkung (beruhigend – ich schlafe nach 3 Zeilen ein) haben.
Für mich im Moment: Regeln lesen ist doof – insbesondere, wenn es abstrakt und ohne Bezug auf eine reale Nutzung geschieht. Mit konkreten Bezug gehts dann besser…!
Nach dem ich die „Charakterbastelanleitung“ drei mal begonnen und das Buch schnarchend auf den Nachttisch habe fallen lassen, kam der „das wirds doch auch als App geben“ Gedanke.
Gugel hilft: MOAM.de
Und prompt kann man sich da so einfach einen Charakter zusammenschrauben, dass man dafür nicht mal ein Regelwerk braucht. Okay – fast nicht, denn Zaubersprüche und so’n Kram will man ja auch in ihren Auswirkungen genauer kennen.
Als ich danach das „Charakter zusammenschrauben“ Kapitel noch mal gelesen hab, wars plötzlich ganz simpel – naja, vielleicht half auch der doppelte Espresso…
Steigern kann ich da natürlich auch, genau wie die Ausrüstung verwalten.
Soweit eigentlich supergut – ein Charaktermanager für Midgard. Daumen hoch.

Aber das Teil kann ja noch so vieles mehr:
Als ich dann auf den Trichter kam, Midgard zu spielleiten (inzwischen stimme ich sogar der gewagten Aussage, dass M5 das beste Fantasy-Rollenspiel aus D [eigentlich weltweit] darstellt, zu), konnte ich mit MOAM zwei Rollenspiel-Einsteigerinnen in jeweils einer halben Stunde verklickern, wie man einen Midgard Charakter erstellt (Ausdruckzeit der Dokumente inklusive) und wie gewürfelt wird.
Außerdem haben wir gleich mal in meinem Moam Account eine Gruppe angelegt und deren Moam Accounts verknüpft. Dann noch schnell bei mir eine neue Kampagne erstellt und deren Charaktere zugefügt.
Jetzt kann ich deren Werte sehen, EPs verteilen, Handouts online verteilen, Proben klicken und ggf. beim Steigern helfen. Und notfalls (Drucker kaputt) auch mal deren Dokumente ausdrucken und zum Spieltermin mitbringen.
Dass online Würfeln (in dem man auf die jeweilige Fähigkeit klickt) drin ist, muß ich nicht erwähnen, oder?
Und ein Chat (Gruppeninern, oder publik, oder oder und auch mit dem Moam Admin) erleichtert auch mal die Zusammenarbeit oder gibt Support.

Ganz schön geil, das Teil! Teuer?
Nö, denn auch wenn in den Köpfen immer drin steckt, dass gratis ja angeblich wertlos ist, kostet das ganze NIX. GAR NIX. Klar kann ich spenden, was die Macher freut, aber ich muß nicht. Dann zugespammt Werbung? Nada, njiente, nix, keine!
Aber die wollen doch bestimmt meine Daten?
Naja, ja, eigentlich aber: nö! Zum einloggen muss man eine Mailadresse eingeben.
Aber man bekommt nicht mal eine Mail zum bestätigen zugesendet. Also könnte man, wenn man niemals sein Passwort vergessen wird, auch eine Fantasiemail angeben. Würde ich nicht empfehlen, aber man könnte… Werbemails? Naja, Infomails, aber auch die kann man in den Einstellungen abschalten.

Was ich dann noch interessant, aber nicht SOOO spannend finde, ist die Option, Abenteuer zu kaufen, die andere ins MOAM Netzwerk eingestellt haben. Icke bin ja nun Selfmade-Man, deswegen nur ein „naja, okay“ von mir. Der Rest hingegen ist tonnengeil!

Deswegen – ich predige ja ungern – schaut Euch Midgard an, und vor allem: Schaut Euch MOAM an. Kein Bock mehr auf den Verwaltungswahnsinn anderer Fantasy Regelwerke?
MIDGARD! MOAM!

Und: Danke Stefan (so heisst mWn der Macher von det Janze) für die geniale Arbeit,
die Du Dir, die Ihr Euch da macht. Es ist der Hammer!

So das wars! Jetzt dürft Ihr wieder DSA und Splittermond spielen gehen.
Wer RechtschraypFehla findet, darf sie behalten! 😉

PS.: Stefan, wenn Du jetzt noch Hintergrundssoundeffenkte einbaust, die man auf Knopfdruck abspielen könnte, dann will ich ein Kind von Dir! 😉

Das Erbe der Löwensöhne – Rezi des Midgard Quellenbuches Rawindra und Ulwar

Ende letzten Jahres erschien „Midgard – Das Erbe der Löwensöhne“, die Regionsbeschreibung für Rawindra und Ulwar als erstes Quellenbuch in Printform für Midgard 5. Das Quellenbuch erschien so prompt, dass ich mir erst einmal Zeit freischaufeln musste, um das Werk ausführlich zu begutachten.
Trotzdem freue ich mich, denn für diejenigen, die durch das Midgard 5 Regelwerk (Kodex, Arkanum und Mysterium) neugierig geworden sind, fehlt es derzeit vor allem an Informationen über die Spielwelt, denn die meisten (vor allem aber die interessantesten) Regionsbeschreibungen sind nicht mehr erhältlich.
Insofern: Bitte weiter so!

Das Quellenbuch „Das Erbe der Löwensöhne“ hat 235 Seiten, Hardcover, Vollfarbdruck. Das Format ist ebenso etwas kleiner als Din A4. Die Verarbeitung scheint sehr solide. Das Werk ziert kein Lesebändchen. Das Quellenbuch hat ebenso wie Kodex und Arkanum ein Inhaltsverzeichnis und einen Index und ist im gleichen Layout gehalten. Im Umschlag ist eine Farbkarte (52×38 cm) der Region enthalten.
Auch hier bekommt man einen Code, um sich das Buch als PDF ohne weitere Kosten herunterzuladen.
Der Preis beträgt € 36,95.

Zum Inhalt:
Das Quellenbuch nimmt sich die Region Rawindra und die Stadt Ulwar vor und beschreibt den im tropischen Süden gelegenen Subkontinent des östlichen Kontinents Sirao. Als irdisches Vorbild wird in der Settingübersicht im Midgard Kodex „indisch orientalisch“ angegeben.
Und dieses Vorbild ist in vielen Elementen der Region und der Kultur prägend.

Das Quellenbuch beschreibt im ersten Teil den Subkontinent Rawindra in 6 Kapiteln.
Mit „Land und Leute“ beginnt die Regionenbeschreibung, eine Abhandlung der rawindrischen Metropolen und über die Menschen und das Leben sowie ein Abriß der Geschichte des Subkontinentes,
gefolgt von „Glaubenswelt und Magie“ und der Beschreibung des „Alltags im Rawindra“.
Wer Indien im orientalischen Mittelalter mit seinen riesigen Metropolen, der Kastenstruktur des Hinduismus und der krassen Gegensätze zwischen Arm und Reich im Hinterkopf hat, liegt schon ganz gut im Bilde.
Bereichert wird diese bunte Melange aus buntester Kultur und Treiben durch die Sritras – der Todesechsen, die – vernunftbegabt – von den inzwischen untergegangenen Seemeistern von Valian aus einer anderen Existenzebene (der Nestwelt) auf Midgard geholt wurden. Nach dem Untergang des Reichs der Seemeister unterwarfen die Echsenwesen die Völker in den Dschungeln Rawindras und hausen seitdem dort.
Inzwischen ist das Schreckensregiment der Sitras gebrochen, aber in den Dschungeln finden sich natürlich weiterhin viele dieser Biester.
Neben den intelligenten Sritras kamen weitere Echsen (Grahas genannt) nach Rawindra. Zwei dieser Rassen sind ebenso intelligent, viele andere eher tierhaft, dafür aber gigantisch in Ausmaß und Größe. Ja, genau!
Der Dschungel von Rawindra ist der Jurassic Park von Midgard. Und das auf sehr stimmiger Form ins Setting gebracht.

Im zweiten Teil wird Ulwar, die Handelsmetropole am Weg der Perlen beschrieben.
Ulwar liegt nördlich von Rawindra und verbindet über den Fluß über die Wüste Gond die südöstlichen Regionen von Rawindra und KanThaiPan (in kurz: Japan/China) mit Aran und den westlichen Nationen (auch den mit Kulturen nach europäisch mittelalterlicher Orientierung).
Wo die Metropolen Rawindras durch Kasten und strengen Gesetzen geregelt ist, herrscht in Ulwar Freiheit und Zügellosigkeit. Natürlich betrachten die meisten Rawindi neidvoll Ulwar als Hort der Unmoral und des Chaos.
Die Tatsache, daß Ulwar mit seiner duch die Position auf dem Handelsweg der Perlen und seinem Reichtum, seiner Armee aus Sklavenkriegern und seiner Korsarenflotte ein ernsthafter Konkurrent der rawindischen Fürsten beim Ringen um die Macht ist, trägt sicherlich zu dieser Ablehnung bei.
Die Satdt wird im Quellenbuch sehr detailliert beschrieben, von Geschichte, über die Kriegsmacht, die Stadtviertel und die einzelnen Fraktionen, die in der Stadt eine Rolle spielen bis zum Umland der Stadt.

Der dritte Teil schließt das Quellenbuch mit einer Liste von interessanten und bedeutenden Persönlichkeiten und einem 25-seitigen Bestarium ab.

Bewertung:
Inzwischen habe ich Midgard als Regelsystem und auch als Spielwelt lieben und schätzen gelernt.
Erweckte das Regelsystem auf dem ersten Blick auch in der fünften Edition immer noch an verschiedenen Stellen den Eindruck des „altbacken“, entpuppt es sich beim Spiel als sehr clever austariert.
Und die Welt Midgard ist einfach schön, wenn man bewusst auf irdische Standards anspielen möchte, aber eben auch sehr weitläufig, so dass man eigentlich 8-10 Settings in einer Welt bekommt, ohne dass es irgendwo überfrachtet oder beengt wirkt.
Rawindra passt sich da perfekt ein. Es ist schon manchmal verwunderlich, welche Regionen auf Midgard ein Quellenbuch bekommen und auf welche man ewig warten muß.
Wenn man dann aber eines dieser eher unterschätzten Quellenbücher liest, gewinnt die Region sofort an Qualität und man überlegt, ob man seine Spieler nicht doch mal dort hin verfrachten sollte.
Gerade die exotischen Regionen lassen dann auch einen schönen spielerischen Kulturschock wirken.
Für jeden, der Spaß an Midgard, eine Vorliebe für exotische Settings oder Interesse an Rollenspiel in einer indisch geprägten Kultur hat, kann ich das Quellenbuch „Das Erbe der Löwensöhne“ bedenkenlos empfehlen.
Allen anderen natürlich auch!

Für die Zukunft würde ich mir wünschen, dass die Quellenbücher Alba, Waeland und KanThaiPan wieder aufgelegt werden und dass es für die Küstenstaaten und für Clanngadarn/Fuardain endlich ein Quellenbuch geben würde.
Bis Weihnachten ist es noch sehr lange hin, aber ich glaube, dass ich die Wünsche mit vielen Midgard-Fans teile und das insbesondere Alba und Waeland für Neulinge den passenden Grund für einen schönen Einstieg in die Welt bieten würde.

STAR WARS – Imperial Assault

Der Heidelberger Spieleverlag veröffentlichte im August das von mir langersehnte taktische Brettspiel STAR WARS – imperial Assault. Als Star Wars Fan der ersten Stunde ist es ja quasi eine Pflicht es mir anzusehen.

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Das Spiel kommt in einer fetten Box für € 73,95 auf den Markt.

Das Spiel ist ein missionsgebundenes taktisches Brettspiel, bei dem ein Spieler die Rolle der imperialen Einheiten und die des Spielleiters übernimmt und 1-3 Mitspieler die Rebelleneinheiten spielen. Die Spielregeln sind denen von Descent 2 sehr ähnlich.

Das Spiel liefert die Miniaturen (unbemalt), die Bodenpläne, alle Karten und Würfel und natürlich auch Regeln und 30 Missionen in der Box mit.

In Zukunft wird es weitere Erweiterungspacks für beide Fraktionen (Imperium und Rebellen Allianz) geben.

Neben dem missionsgebundenen Spiel eignet sich Imperial Assault auch als Skirmishing Battleground, also missionsfreies Spiel gegeneinander. Die notwendigen Regeln sind im Spiel enthalten.

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STAR WARS – Imperial Assault spielt sich flott voran. Wir haben am ersten Abend nach Auspacken und Aufbau 6 Missionen durchgespielt. Die Missionen sind meiner Erfahrung nach recht ausgewogen. Alle gespielten Missionen waren bis zu letzt in ihrem Ausgang offen.

Von meiner Seite spreche ich dem Spiel eine unbedenkliche Kaufempfehlung aus!

Die Miniaturen lassen sich natürlich bemalen und sind auch für das Rollenspiel STAR WARS – Am Rande des Imperiums gut geeignet.

DSA5 Regelwerk

Lange ist darüber diskutiert worden, wie es werden könnte, sollte, müsste und inzwischen ist es da und veröffentlicht, das DSA 5 Regelwerk von Ulisses Spiele.

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Erschienen in zwei Varianten mit 414 Seiten, Hardcover in Vollfarbe und mit 2 Lesebändchen für € 49,95 und Softvcover in schwarzweiss mit reduzierter Grafik für € 19,95. Die (Hardcover) Bindung ist gut und im Ulisses PDF Shop gibt es die Regelwerke auch als PDF zu erwerben. Ein Inhaltsverzeichnis ist natürlich zu finden, ebenso ein Index.

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Ulisses wirbt vollmundig mit dem Slogan „das beste DSA aller Zeiten“… Sehen wir es uns ein wenig an.

Zu den Regeln im Detail werde ich nur in Auszügen etwas aussagen, wo es Sinn macht. Ausführliche Betrachtungen sind in anderen, guten Rezensierungen zu finden.

Das Regelwerk beginnt nach einer typischen Einführung (Was ist DSA, Aventurien, Rollenspiel) mit den Erläuterungen der Grundregeln.

Die umstrittene 3W20 Probe ist – in überarbeiteter Form – als Kernelement immer noch enthalten, was zu erwarten war – nachdem Ulisses dieses Regelelement zu einem der Erkennungsmerkmale von DSA definierte. Die DSA Freunde wird das freuen, andere wird es zu kritischen Bewertungen verleiten. Die Spielmechanik selbst ist überarbeitet worden – Erleichterungen dor Komplikationen wirken sich jetzt als Bonus/Malus auf alle drei Proben aus. Ausserdem geben die aus der Probe verbleibenden Talentpunkte die Qualitätsstufe an, die aussagt, wie erfolgreich die Handlung des Helden (SC) verlaufen ist. Man kann also nur gut sein, wenn man auch seine Fertigkeit entsprechend hoch gesteigert hat. Laien schaffen ihre Aktionen nur gerade mal eben so. Das klingt auf den ersten Blick ganz gut, wirkt sich in den Zaubern aber gravierend aus, da dort die Qualitätsstufe entscheident Einfluss auf die Auswirkungen eines Zaubers hat. Paralyse wird zum Beispiel nur noch eine Wache ausschalten, wenn mehr als12 Fertigkeitspunkte nach der 3W20 Probe übrig bleiben.

Das Regelwerk gibt dann noch einige Hinweise, wie man sich die 3W20 Probe visuell erleichtern kann, um sie schneller abwickeln zu können. Die Regelung mit acht farbigen Würfeln (von denen jede Farbe eine Eigenschaft repräsentiert) und aus denen man dann entsprechend aussucht, was zu würfeln ist, scheint aber nur der Idee entsprungen zu sein, passende Würfelsets veräussern zu können. Zum einen wird man 2 Sets brauchen, da in vielen Proben zwei mal die gleiche Eigenschaft gefordert wird. Zum anderen braucht man nicht 8, sondern 3 Würfel. Mein Tipp daher: Schnapp Dir drei W20 unterschiedlicher Farbe und lege die generelle Farbreihenfolge fest. Leicht zu merken: RGB (rot, grün, blau) oder von hell nach dunkel…

DSA5 bringt Schicksalspunkte ins Spiel, die einem Helden in schwierigen Situationen das Lebeneleichtern kann (Würfe wiederholen, Initiative beeinflussen, etc.). Die Regelung ist nicht neu, aus anderen Systemen bekannt und stellt in jedem Fall eine Bereicherung dar. Die Rückgewinnung der Schips hätte etwas großzügiger ausfallen können.

Die Heldenerschaffung findet dann entweder durch Wahl eines (im Regelwerk enthaltenen) Archetypen oder durch einen Generierungsmarathon in 15 Schritten statt, von denen einige sehr einfach sind (was will ich spielen, wie heisst mein Held), andere aber recht kleinteilig ausfallen und Zeit und Verwaltungsaufwand kosten. Buchhalter werden dabei Spaß haben. Die Charaktererschaffung geht prinzipiell von erfahrenen Helden aus, die wohl etwas kompetenter sind, als die frischgeschlüpten Helden aus der 4er Version. Dabei bekommt man 1100 Ap für die Erfschaffung und eine Limitierung der Eigenschaften (14), der Fertigkeiten (10) und der Kampftechniken (12) [plus weitere Limits]. Generell wählt meine seine Spezies (Mensch, Elf, Zwerg) aus, sucht sich seiner Herkunft entsprechend eine Kultur und eine Profession (Beruf) aus. Anschliessend verteilt man Punkte für Eigenschaften, Vor- und Nachteile, Talente, Kampftechniken und Sonderfertigkeiten aus. Angenehm ist, dass die Erschaffung jetzt direkt AP als „Währung“ nimmt und man nicht Generierungspunkte besitzt, die man wieder anders ausgibt, als später beim Steigern durch Erfahrung.

Trotzdem hoffe ich auf eine Charaktergenerierungs- und Steigerungssoftware, denn ganz ehrlich: Ich will Rollenspiel spielen und keinen Heldenverwaltungsfachangestellten mimen, auch wenn hier DSA5 wohl offensichtlich wesentlich aufgeräumter auftritt als sein Vorgänger.

Eine kleine Bemerkung zu diesen Sonderfertigkeiten: Bei den Sonderfertigkeiten verwirren mich einige, die ich eher als Vorteile interpretiert hätte und andere (Instrumente bauen, Schnappsbrennerei, etc.) haben wir wohl der Zuckerbäckerfraktion aus dem Autorenteam zu verdanken. Die Charaktere bei DSA nennt man HELDEN – ihre Fähigkeiten sollten demnach eigentlich eher Abenteuer-spezifisch sein und solcher Allerweltskrimskrams gehört in die „schmück es Dir einfach aus“ Gestaltungskompetenz des Spielers und braucht nicht durch Punkte bezahlt zu werden. Das schafft doch nur wieder den Zwist, zwischen den Spielern, die den Kompetenzgedanken im Kopf behalten und denjenigen, die versuchen, möglichst stimmige Charaktere zu gestalten…

Die Kampfregeln wurden optimiert und sind wirklich übersichtlicher und besser. Die Parade als Wert ist gesunken – womit versucht wird, den endlosen Attacke-Parade Würfelorgien einen Riegel vorzuschieben. Naja, eine Lösung, die aber auch dafür sorgt, dass der Held auch eher eines auf die Mütze kriegt. (da verblüffen mich ja immer noch – wenn der Vergleich gestattet sein mag – die Kampfregeln von Midgard, die auch Attacke und Verteidigungswurf kennen, dies aber einfach und elegant lösen..) Kurz: Es ist besser und strukturierter und einige Schwachpunkte sind eleminiert. Im Kern wickelt sich der Kampf aber immer noch so ab wie früher.

Das gleiche gilt für die Regelung des Übersinnlichen (Magie und so…). Angenehm ist, dass Magier und Geweihte inzwischen gleiche Kernregelungen besitzen. Magie scheint schwächer als in den alten Versionen zu sein, was allein die Regelung mit den Qualitätsstufen zeigt. Es ist nicht mal eben so, jemanden „schlafen zu legen“. Im Grundregelwerk von DSA5 sind nicht alle Magierakademien und auch nicht die Geweihten-Traditionen aller Götter enthalten. Hier werden wohl spätere Quellenbücher Zugang gewähren.

Das Bestiarium fällt sehr schlank aus. Ausser dem Viehzeugs, das man für einige Zauber und Beschwörungen braucht, ist Wertetechnisch kaum etwas enthalten. Hier hätte man wenigstens ein bisschen Handwerkszeug für den Abenteuerautor in Eigenleistung ablegen können.

Detailregeln, Ausrüstung und Spieltipps runden das Regelwerk ab.

 

Fazit und Wertung fällt sehr schwer! Ist das das beste DSA Regelwerk, das bisher veröffentlicht wurde? Ich denke, die Frage lässt sich durchaus mit „JA!“ beantworten. DSA Liebhaber werden es schätzen, DSA Kritiker werden immer noch ihre Kritikpunkte finden. DSA 5 stellt aber eine klare Verbesserung zu dem Vorgänger dar und erlaubt endlich wieder einen Einstieg in das schwarze Auge Rollenspiel, ohne eine Schubkarre voller Bücher zu kaufen und lesen zu müssen! Insofern war DSA4.x am Ende für Interessierte nur noch abschreckend und bediente ausschließlich die Stammkunden. Und hier stellt DSA5 wirklich eine Alternative und eine klare Verbesserung des Status Quo. Das Ausbleiben der üblichen Versions-Kriege auf den Schlachtfelder der Internet-Diskussionsforen bestätigt dies.

Für mich persönlich bleibt die 3W20 Probe, die schlichte Tatsache des „es muss unterwürfelt werden“ und eine Menge überflüssiger Kleinteiligkeit eine Sammlung an Charakteristika, die DSA nie wieder zu meinem Lieblingsrollenspiel werden lassen. Leider, denn ich schätze Aventurien als Spielort sehr! Und der Vorteil der Verbreitung an Spielrunden in Deutschland und der Menge an Material, das Veröffentlicht wird, sind Faktoren, die unbestreitbar sind. Diesbezüglich kann man DSA Spieler wirklich (gut gemeint) beneiden.

Für alle Fantasy Rollenspieler, die ein gutes Rollenspiel suchen, das den Fokus aufs erzählerische Spielen legt, in seinen Regelüberarbeitungen aber auch dem Konfliktspiel seinen Raum erlaubt, kann man DSA5 sehr empfehlen. Die Softcover-Variante und die PDF Version erlaubt dazu noch den Erwerb zu einem Kampfpreis, der auch einem Reinschnuppern und Ausprobieren kein Hindernis mehr in den Weg legt. Das Abentuer Offenbarung des Himmels stellt dazu einen sehr guten Einstieg in die Welt von Aventurien dar.